27. April 2017

Altes Einheitsdenken oder neue Vielfalt? Eine systematische Auswertung der großen Umfragen unter Deutschlands Wirtschaftswissenschaftler_innen

Thomas Fricke

Deutschlands Ökonom_innen stecken in einer Krise. Aus der Bevölkerung gibt es Spott für Fehlprognosen. Aus der Zunft kommen Klagen über die Einseitigkeit von Forschung und Lehre. Und international renommierte Kolleg_innen schelten die Deutschen seit Jahren für ihre vermeintlich allzu orthodoxe Wirtschaftspolitik. Was ist dran? Wie einseitig sind die Meinungen jenseits medial präsenter Wortführer à la Hans-Werner Sinn wirklich? Und hat die Finanzkrise dazu geführt, dass alte Paradigmen wanken? Um das zu beantworten, werden in dieser Kurzexpertise erstmals systematisch alle drei großen Umfragen unter Deutschlands Wirtschaftswissenschaftler_innen seit 2006 ausgewertet und mit früheren Studien verglichen. Dabei zeigt sich, dass die Zunft an der Basis nie ein hermetisch geschlossener Block, bis zur Krise aber von einem Paradigma geprägt war – und dass die Finanzkrise dazu beigetragen hat, dieses Meinungsbild aufzubrechen, ohne dass bisher ein neues konsistentes Leitbild erkennbar wäre, an dem sich Praktiker_innen orientieren könnten. Das Problem könnte eher darin liegen, dass neue Ansätze in den Wirtschaftswissenschaften und der wirtschaftspolitischen Beratung von den öffentlich stark präsenten, führenden Ökonom_innen in Deutschland eher gebremst als befördert werden.

 

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