20. November 2016

Die Zukunft der industriellen Einfacharbeit aus der Geschlechterperspektive (ZudiEG)

Dr. Edelgard Kutzner, SFS / TU Dortmund

Dr. Victoria Schnier, SFS / TU Dortmund

Laufzeit: 01.10.2016 - 31.05.2018

Die Wirkungen der Digitalisierung für das Geschlechterverhältnis sind bislang nicht ausreichend Gegenstand der Debatte, obwohl die Geschlechterperspektive bei den aktuellen Veränderungen der Arbeitswelt eine zentrale Rolle spielen wird: Gründe hierfür sind beispielsweise die weiter zunehmende Erwerbsarbeit von Frauen, ihre Ansprüche auf existenzsichernde gute Arbeit und ihr noch nicht ausgeschöpftes Fachkräftepotenzial. Dies trifft auf die Perspektiven der Industriearbeit besonders zu. Einige Autorinnen und Autoren schätzen hier die Substituierbarkeitspotenziale als begrenzt ein. Industrielle Einfacharbeiten könnten demnach integriert werden in Arbeitskollektive, bestehend aus unterschiedlichen Beschäftigtengruppen, in denen Selbstorganisation, gleichberechtigte Zusammenarbeit und die explizite Nutzung informeller sozialer Prozesse und des Erfahrungswissens aller eine zentrale Rolle spielen.

Wie hängt der Arbeitstypus industrieller Arbeit mit dem Geschlechterverhältnis zusammen? Und wie bestimmt das Geschlechterverhältnis die Entwicklung industrieller Einacharbeit? Hierbei geht es auch um Bedingungen, Einflussfaktoren und Verlaufsmuster dieses Arbeitstyps. Damit sind ebenfalls die betrieblichen Auseinandersetzungsprozesse angesprochen, die über den Einsatz von Technik und die Organisation der Arbeit sowie den Personaleinsatz entscheiden. Mit einer solchen sozio-technischen Betrachtungsweise sollen Chancen einer veränderten geschlechterbezogenen Arbeitsteilung ausgelotet werden. Der explorative Charakter der Studie ermöglicht neue Erkenntnisse zur Zukunft digitalisierter Arbeit und die Formulierung weiterer Forschungsdesiderata. 

(Schwerpunkt: Tätigkeits- und Qualifikationsentwicklung)

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